Gefördert durch die Europäische Union // Projektbezeichnung:
Optimierung interner Prozesse durch Einführung einer DMS-Software zur datenbankgestützten Verwaltung elektronischer Dokumente

Gastbeitrag – Jan Klemm und Ulrich Lenz von der Advelio Vermögenstreuhand GmbH

Am 4. Juni 2014 hat die Bundesregierung einen Gesetzentwurf „zur Absicherung stabiler und fairer Leistungen für Lebensversicherte“ verabschiedet. Die ersten beiden zentralen Änderungen (Absenkung des Garantiezinses auf 1,25 Prozent sowie Reduzierung der Abschlusskosten) betreffen nur Neuverträge und sind deshalb für Inhaber entsprechender Policen weniger relevant. Weitaus gravierender ist die Anpassung der Regelungen zur Beteiligung der Versicherten an den Bewertungsreserven zu beurteilen. Warum?

Traditionell sind Lebens- und Rentenversicherungsverträge ein wichtiger Baustein der Altersvorsorge von Unternehmern und Selbständigen und werden häufig neben der Absicherung von Angehörigen auch zur Tilgung von Krediten verwendet. Wenn nun, wie schon ab Juli geplant, Versicherte mit auslaufenden oder gekündigten Verträgen nicht mehr in jedem Fall an Bewertungsreserven zu beteiligen sind, kann dies über eine reduzierte Auszahlungssumme deutliche Spuren in den Altersvorsorge-Depots bzw. gravierende Löcher in der Darlehensabsicherung hinterlassen. Hier sind strukturiert folgende Fragen zu klären: Wie groß ist die zu erwartende Deckungslücke? Sollen die Prämien weiter bezahlt werden oder ist es empfehlenswert, die Police stillzulegen oder gar zu kündigen? Gibt es relevante Nebenbedingungen der Verträge, etwa Dynamisierungen, Versorgung von Angehörigen, Absicherung bei Berufsunfähigkeit, Kredite mit Schuldzinsenabzug oder eine gefährdete wirtschaftliche Situation des Versicherungsunternehmens? Sind auch betriebliche Altersversorgungsverträge betroffen? Und schließlich: Gibt es Alternativen, wo das Kapital besser angelegt ist?

Die gesetzlichen Änderungen für Lebensversicherte sind darüber hinaus ein deutliches Signal des Gesetzgebers, dass er mit einer lang anhaltenden Phase niedriger Zinsen rechnet. Dies bedeutet nicht mehr und nicht weniger, als dass alle „sicheren“ Anlagen in Zukunft keinen „sicheren“ Zins mehr abwerfen. Dies betrifft neben den Lebensversicherungen auch Bankeinlagen sowie Staatsanleihen. Bei all diesen „risikolosen“ Anlagen zeigen sich bei weiter fallenden Zinsen nicht nur eine mögliche Vermögensvernichtung über Inflations- und Steuereffekte, sondern auch wachsende Risiken der Anlage selbst. Zu verweisen ist hier auf die Neuregelung des gesetzlichen EU-Einlagenschutzes und die EU-Regelung mit der Möglichkeit, Besitzer von EU-Staatsanleihen faktisch durch Zwangsumtausch zu enteignen. Ganz aktuell zeigt sich dieses Risiko in Österreich. Am 11.6.14 hat der Finanzminister von Österreich laut dem Nachrichtendienst Reuters bei der Zerschlagung der Krisenbank Hypo Alpe Adria über eine Gesetzesänderung gesprochen, die Anleihebesitzer zur Kasse bittet - obwohl deren Anleihen vom Bundesland Kärnten garantiert sind. Ein Tabubruch. Den Anleihebesitzern droht trotz Staatsgarantie durch den verordneten Schuldenerlass ein Totalverlust.

Man mag das Ende der risikolosen Zinsen beklagen. Aber gerade Unternehmer und Selbstständige sind es gewohnt, sich flexibel auf Veränderungen einzustellen. Für sie steht schon lange fest, dass derjenige, der keine Risiken eingeht, sein Vermögen nicht erhalten wird. Wenn nun der Staat und die Notenbanken immer mehr Anleger in risikobehaftete Anlagen drängen, stellt sich die Frage nach deren aktueller Attraktivität. An seriösen Alternativen kommen traditionell nur Immobilien, Aktien und Unternehmens- sowie Schwellenländeranleihen in Frage. Wer sich hier die Frage stellt, ob deren Preise inzwischen nicht schon zu stark gestiegen sind und sich der Einstieg überhaupt noch lohnt, ist auf einem guten Weg. Denn der günstige Einkauf und ein äußerst scharf geschaltetes Risikomanagement sind bei diesen Anlageformen die wesentlichen Erfolgsfaktoren. Mehr denn je kommt es heutzutage sinnbildlich darauf an, weiter im Meer fischen zu gehen, aber sich, wenn ein Sturm aufzieht, wieder schnell an der Küste in Sicherheit zu bringen.

Praxistipp:

  • Überprüfen Sie ihre privaten und betrieblichen Lebensversicherungsverträge, bzw. lassen Sie eine Überprüfung durchführen
  • Entwickeln Sie ein Gesamtkonzept für Ihre „sicheren“ Anlagen
  • Bewerten und überwachen Sie alle risikobehafteten Vermögensanlagen wie Immobilien und Aktien mit Hilfe eines laufenden Risiko- und Optimierungsmanagements.

Advelio Vermögenstreuhand GmbH mit Sitz in Leipzig ist eine bundesweit tätige Manufaktur für Vermögensschutz. Wir beraten mittelständische Unternehmerfamilien, Selbstständige und Stiftungen in allen finanziellen Fragestellungen. Auf der Basis von über 20 Jahren Erfahrung und der Zertifizierung unserer Berater nach höchsten internationalen Standards im Bereich der Finanzberatung sind wir ausschließlich im Interesse unserer Mandanten tätig. Um unseren Mandanten kostbare Zeit zu sparen, bieten wir nicht nur stabile Entscheidungsgrundlagen sondern auch passgenaue Umsetzung und Vermögenscontrolling.